nach Wolfram von Eschenbach – Romanadaption mit Livemusik
mit: Wini Gropper, Pia Kolb, Aaron Leutz, Sascha Lรผer, Sarah Schuchardt Ausstattung & Kostรผm: Katharina Schmidt, Claudia Karpfinger Bรผhne: Jakob Egenrieder Dramaturgie & Regieassistenz: Kristina Beck Grafik: Arno Friedrich, Jonathan Hagemann Licht: Jo Hรผbner Musik: Aaron Leutz / GOLDKALB (modular Synthesizer), Sascha Lรผer (Trompete) Presse- und รffentlichkeitsarbeit: Christiane Pfau Technik: Max Reitmayer, Marie Ayim, Christian Schmitz-Linnartz Regie: Arno Friedrich
Das, was wir Fantasie nennen, ist ein Fluchttier, so wie die Pferde Fluchttiere sind. Sie ist darauf trainiert, Gefahren im Voraus zu erkennen. 70 Meter vor der gefรคhrlichen Stelle des Wegs kann eine gut entwickelte Fantasie sich den Unfall schon vorstellen. (Alexander Kluge)
Parzival, im Wald abgeschottet aufgewachsen muss Ritter werden. Gegen den Willen der Mutter – diese lรคsst ihn in der Hoffnung auf sein Scheitern nur im Narrengewand und mit zweifelhaften Ratschlรคgen versehen in die Welt ziehen. Sie hat noch den Geruch des toten Heldenvaters in der Nase. Als Unwissender zieht er doppelt ungerรผstet los und versteht das Falsche falsch. Er lernt wie man kรคmpft, liebt, Konventionen, Regeln. In dieser Welt gilt: nicht du bestimmst, was dich bestimmt. Parzival fragt nicht wo er sollte und wird statt zum Erlรถser zum Aussรคtzigen. Es schneit im Mai. Er รผberlรครt dem Pferd die Zรผgel und versucht sich vom Erlรถsen zu erlรถsen.
Wir erzรคhlen den mittelalterlichen Versroman als postheroische, absurd komische, persรถnliche Auseinandersetzung mit Eschenbachs zeitlosen Fragen:
Was ist das Mitleid, das Parzival lernen soll? Wie soll ich mitleiden wenn ich gar nicht mitreden kann? Wie findet Gewichtung von Leid statt? Was bedeutet uns der Begriff „Erlรถsungโ jenseits einer religiรถsen Deutung heute? Ist uns die angeborene Neugierde und Mitleidsfรคhigkeit abhanden gekommen und wohin fรผhrt uns ein Fehlen von Empathie, Bewusstsein und Sensibilitรคt fรผr die Situation von Menschen jenseits der eigenen Bรผrgerlichkeit?
Premiere: 01. April | 20:00
https://www.theaterviellaermumnichts.de/parzival
Komplette Theateraufzeichnung
(Mai 2022, ca. 100 Min, kostenlos)



